









„Gemählde“ from SelfSightSeeing Company on Vimeo.
Credits:
Categories: Performance Art, Food Art, Installation/Tableau Vivant, Live Concert, Exhibition
Date: Performance 19.Jan.2009, Exhibition 15-21.June.2009
Concept: SelfSightSeeing Company, Io Tondolo
Location: Vienna, Austria
Curator: Prof. Erwin Bohatsch
Costumes & Installation: SelfSightSeeing Company
Performance: Io Tondolo, Alex Deutinger, Ulrich Schwarz, Lisa Gräber, Nagelie Perrot
Collaborators:
Food Art: Georg Schwarz
Concert: Andreas Ellenfeld
Photos & Video: Antoine Turillon
Helping Hands: Christoph Schwarz, Simon Lernpeiss
Links: https://www.derstandard.at/story/1245820037491/schwimmstil-und-kulinarische-forensik
http://www.artmagazine.cc/content42089.html
http://www.artmagazine.cc/content41974.html
„Gemählde“
In der Kulisse des ehemaligen Kulissendepots spielte sich etwas ganz Sonderbares ab. In der Mitte befand sich eine mit Früchten und Blumen geschmückte, festlich gedeckte Tafel. Auf Tischen am oberen Ende wurden eifrig köstliche und duftende Speisen bereitet, neben anderen bereits vorbereiteten und angerichteten. Nahe dem Eingang, am unteren Ende des Hofes waren weitere kleinere Tische, auf denen Wein und Aperitifs bereit stehen. Auf zwei großen weißen Screens wurde je ein Gesicht projiziert. Doch dieses Gesicht war kein Gesicht, es war das Portrait des Ereignisses. Ein weißer Hase füllte Wein in Gläser, ein zweiter schnitt mit einem langen Messer Schinken von einem ganzen, geräucherten Schweinebein. Eine große Anzahl von Personen hatte sich rundum auf den Galerien eingefunden und beobachtete, wie der junge Künstler die letzten Vorbereitungen traf.
Eine Gruppe von Frauen und Männern traf ein. Sie spielten in diesem Rahmen eine besondere Rolle. Der junge Künstler hieß diese ankommenden Gäste willkommen, sie wurden von den Hasen umsorgt. Der Gastgeber führte sie durch den ihnen so bekannten, jetzt so anders anmutenden Raum, hob die Deckel der Töpfe, ließ sie hinein blicken, erkundigte sich nach ihrem Wohlbefinden.
Nun waren alle Gäste eingetroffen, die ersten Schlucke wurden getrunken und die ersten Bissen verzehrt. Der junge Künstler bot seine Gäste am Tisch Platz zu nehmen und eröffnet mit einer Tafelrede das „Gemählde“.
Es wurde zu essen begonnen, Butter wurde auf Brot gestrichen – der erste Teller wurde geleert. Die Suppe wurde herbei getragen, die kleine Pause genutzt um ein Gespräch zu beginnen. Bei der Vorspeise angelangt war der Dialog in vollem Gange. Der Hauptgang brachte wieder eine kleine Stille mit sich und bei der Nachspeise rundete sich die Diskussion. Zum Abschluss für Magen und Gespräch wurde der Käse herumgereicht.
Bei Kaffee und Zigarette bedankte sich der junge Künstler, seine Gäste verabschiedeten sich. Nun kamen all die Personen von den Galerien in das „Gemählde“. Sie kamen zur Küche, zu der Tafel, wo „gemahlt“ wurde. Sie kosteten von den Speisen und wurden vom Rahmen zum Inhalt.
Im Rahmen der Ausstellung “Forensische Kulinarik” wurde das kulinarische Gemälde forensisch erfahrbar gemacht.
